Mut zum Risiko

Interview mit Sandra Möckelmann

Sandra ist bis jetzt eine der erfahrensten Frauen in der IT, die wir interviewen durften. Sie hat uns von ihrem Karriereweg und ihrem Beruf erzählt und Tipps für mehr Frauenpower gegeben.

Unser nächstes Vorbild im Profil

Name: Sandra Möckelmann

Position: Leiterin Informationstechnologie

Unternehmen: Brunata Wärmemesser Hagen GmbH & Co. KG

Traumberuf als Kind: Archäologin

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Was eine Leiterin der Informationstechnologie macht:

Ich stelle sicher, dass die IT-Systeme in der Operative laufen und Sicherheit auf einem hohen Niveau gewährleistet wird. Ich stehe auch in der Pflicht, moderne IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) für BRUNATA Hamburg aufzuzeigen und stets Innovationen voranzutreiben, damit vorhandene Verbesserungspotenziale ausgeschöpft werden können. Neue, für uns wertbringende Technologien müssen konsistent in unser Unternehmensportfolio integriert werden. 

Ich habe auch eine beratende Funktion gegenüber der Geschäftsführung. Neben einem guten Verständnis unserer Geschäftsprozesse sind dafür auch Kenntnisse über die aktuellen Markttrends unserer Branche erforderlich. 

Eine meiner wichtigsten Aufgaben ist das Führen und Entwickeln des IT Teams. Ohne die Fähigkeiten, die Motivation, die Leistungsbereitschaft sowie die Leidenschaft des IT Teams, lassen sich auch die besten Strategien nicht umsetzen.

Worauf es als Frau in einem IT-Beruf ankommt:

Ich denke, dass viele Frauen immer meinen, alle Anforderungen mindestens zu 150% erfüllen zu müssen, bevor sie sich für eine Position bewerben. Mut zum Risiko und die Erkenntnis, dass alle nur mit Wasser kochen, kann hier helfen. Oftmals sind es eher fehlende Vorbilder als fehlende Fähigkeiten.

Dein Weg in die IT:

Ich bin da per Zufall reingeraten. Als ich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz war, habe ich mich u.a. auf den Beruf Datenverarbeitungskauffrau beworben, ohne richtig zu wissen, was alles dahintersteckt. Im Anschluss wollte ich dann studieren. Dazu bin ich dann aber nie gekommen, weil mir die Praxis so viel Spaß bereitet hatte und ich mir schwer ein paar Jahre nur in Theorie vorstellen konnte. Es gab aber auch mal eine Zeit, wo ich mir nicht so sicher war, ob der Job weiterhin der richtige für mich ist. Ich habe mir da einen Coach genommen und überprüft, was ich wirklich will und wo meine Stärken liegen. Herausgekommen ist, dass der Job in der Tat weiterhin der richtige ist, nur nicht mehr das Umfeld, in dem ich mich befand. 

Frauen als Führungskräfte sind stark:

In meiner Wahrnehmung geht es vielen Frauen um die Sache und nicht um Macht. Wir haben das ganze Team im Blick, sind empathisch und können zuhören. Somit liegt der Fokus auf dem Wohlergehen und der Leistung des Teams und nicht auf dem Egoismus eines Einzelnen.

Für ein erfolgreiches Team braucht man:

Das Team sollte nicht zu groß sein und die Chemie muss zwischen den Kollegen stimmen. Wichtig ist mir auch ein Eigenantrieb, zu diesem Team gehören zu wollen. Das Team braucht eine gemeinsame Vision, ein gemeinsames Ziel und auch gemeinsame Werte. Das Wollen ist sehr wichtig, dadurch kann eventuell fehlendes Know How schnell angeeignet werden. 

Ein attraktives IT-Umfeld beinhaltet:

Für mich gehören Wertschätzung, Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten sowie Mitarbeiterförderung dazu. Auch lege ich Wert darauf, die gegenseitige Erwartungshaltung zu kennen und eine positive Fehlerkultur zu leben. Ich gebe dem Team gerne Struktur, Transparenz und Berechenbarkeit. Das Team wird nach außen geschützt.

Warum bei BRUNATA mehr Frauen in der IT-Abteilung arbeiten:

Im Unternehmen haben wir insgesamt eine hohe Frauenquote. Ich kann mir vorstellen, dass dadurch BRUNATA als Arbeitgeber gezielt von Frau zu Frau empfohlen wird.

Bei Neueinstellungen oder aus Auszubildenen wird die Frauenquote nicht bewusst forciert. Wir entscheiden, wer menschlich zu uns passt und auch noch das fachliche Know How mitbringt. 

Deine drei wichtigsten Erfahrungen sind:

Es hilft, einen Mentor und Förderer zu haben, der an einen glaubt und bei Fragen oder auch Problemen beratend zur Seite steht. Nicht so viel fragen, einfach machen, entschuldigen kann man sich immer noch. Ich höre auf mein Bauchgefühl, denn wenn ich kein klares „Ja“ verspüre, ist es ein klares „Nein“. 

Auf einer leeren Tafel hinterlässt du allen Mädchen aus den Abschlussklassen folgende Botschaft:

Ich mag folgendes Zitat von Margaret Mead sehr gerne:

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.

Was wir besonders spannend fanden:

Pflegen Frauen im Berufsleben einen höheren Anspruch an sich selbst und scheuen deshalb manchmal eher vor Herausforderungen zurück als Männer? Diese Frage wirft Sandra in unserem Interview in den Raum. Wer erwischt sich auch bei dem Gedanken die Bewerbung nicht loszuschicken, weil auf dem Papier ein oder zwei formale oder auch nicht formale Anforderungen fehlen?  

Wir plädieren für mehr Mut zur Lücke, für mehr Vertrauen in sich selbst und mehr „just do it girl“! 

In diesem Sinne gibt es keine treffenderen Abschlussworte als Sandras

Mut zum Risiko – und die Erkenntnis, dass alle nur mit Wasser kochen

Dazu passt auch unserer neuster Artikel zu Selbstzweifeln oder möchtest du weitere Tipps? Dann schau dir unsere Serie zu Karriere Tipps an! 

Wenn du Brunata als Arbeitgeber spannend findest, melde dich gerne unter lena@itgirls.de.